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Bomber und Kampfflugzeuge

Allgemeine Informationen

Die Bomber, oder auch Kampfflieger genannt, waren die am weitesten reichende Waffe des 2. Weltkrieges. Sie bildeten das Rückgrat der Luftkriegsführung und bekämpften durch ihren großen Aktionsradius auch Objekte weit hinter der eigentlichen Front. Die Auswahl der Ziele erfolgte auf Grund von Aufklärungsergebnissen unter Berücksichtigung der Gesamtlage. Zunächst kamen Bomber nur auf taktischer Ebene gegen Flächenziele wie Flughäfen, Truppenansammlungen, marschierende Kolonnen, Verkehrswege und Nachschublinien an der Front und ihrer unmittelbaren Nähe sowie gegen Punktziele wie Brücken oder Schiffe zum Einsatz. Im weiteren Verlauf der Kampfhandlungen gehörten jedoch auch strategische Ziele wie Rüstungsfabriken, Raffinerien und Öltanklager, Elektrizitätswerke, Schleusen- und Hafenanlagen, Zentren der Verkehrswirtschaft sowie im weiteren Sinne die gesamte Industrie der Gegner überhaupt zu den angeflogenen Zielen.

Im Gegensatz zu den meisten Jagdflugzeugen bestand die Besatzung eines mittleren oder schweren Bombers aus mehreren Personen, denn die vielfältigen Anforderungen konnte ein Flugzeugführer (im Jargon auch "Kutscher" genannt) alleine nicht erfüllen. Da die Einsatzflüge oft über hunderte Kilometer über vom Feind besetztes Gebiet führten, besaßen viele Kampfflugzeuge zunächst einen Beobachter, den "Franz". Er nahm dem Flugzeugführer die Navigationsarbeit ab, unterstützte ihn bei der Überwachung der Instrumente, wies ihm den Kurs zum Ziel, ermittelte fortwährend den eigenen Standort und navigierte seine Maschine nach dem Angriff zum eigenen Flugplatz zurück. Über dem Zielgebiet führte der Beobachter bei einigen Flugzeugtypen (z.B. der He 111) zudem den Bombenabwurf durch und in Luftkämpfen bediente er ein Maschinengewehr zur Abwehr feindlicher Jagdflugzeuge. Ein weiteres Besatzungsmitglied war der Bordfunker. Er war derjenige, der während des Fluges Kontakt mit den Bodenstellen hielt, indem er Meldungen im Klartext oder verschlüsselt sandte und empfing. Durch Einholen von Funkpeilungen unterstütze er den Flugzeugführer und Beobachter in der Navigation und bediente bei Bedarf ebenfalls ein Maschinengewehr. Vervollständigt wurde die Besatzung eines Bombers üblicherweise durch den Bordmechaniker oder Bordschützen. Die Tätigkeit des Bordmechanikers bestand darin, die Motoren zu überwachen und die Kraftstoff- und Schmierstoffvorratsmesser, also die gesamte Triebwerksanlage und ihre Geräte im Auge zu behalten. Der Bordschütze beobachtete konzentriert den rückwärtigen Luftraum und verteidigte das Kampfflugzeug gegen anfliegende Jäger. Der Erfolg eines Einsatzfluges beruhte immer auf dem guten Zusammenwirken der ganzen Besatzung. Durch aufmerksame Beobachtungen während des Einsatzes konnte die Besatzung eines Bombers zur Vervollständigung eines klaren Bildes über die Lage im Operationsgebiet beitragen und die Meldungen der Aufklärungsflugzeuge ergänzen.

Erste Kampfflüge der Geschichte

Der erste Mensch der Geschichte, der Kampfmittel aus einem Flugzeug warf, war der italienische Leutnant Giulio Gavotti. Aus dem von ihm geflogenen Eindecker, einer Etrich-Taube mit wassergekühltem 6-Zylinder Reihenmotor, fiel am 1. November 1912 während des italienisch-türkischen Krieges (September 1911 - Oktober 1912) eine Cipelli-Granate auf das Zeltlager arabischer Kämpfer in der Taguira Oase. Zwei weitere abgeworfene Granaten verfehlten das ihnen zugedachte Ziel und detonierten wirkungslos im Sand der libyschen Wüste. Auf dem Rückflug zu seinem Startplatz warf Gavotti eine vierte Cipelli-Granate auf das türkische Militärlager der Ortschaft Ain Zara, wenige Kilometer südöstlich von Tripolis. Obwohl der 39-jährige Offizier während des Fluges kaum Schaden anrichtete, bewies dieser Einsatz doch, dass grundsätzlich Angriffe von einem Flugzeug aus erfolgen konnten. Auch wenn die Türken gegen den Einsatz von Flugzeugen protestierten, so zogen die Ereignisse vom 1. November 1912 bald die Aufmerksamkeit vieler Militärs auf sich, welche die Bedeutung der neuen Waffengattung erkannten. So kam es, dass in Europa schon während der Balkankriege von 1912 - 1913 die ersten Kampfeinsätze geflogen wurden. Piloten der bulgarischen Luftstreitkräfte führen ab dem 16. Oktober 1912 Einsatzflüge durch. Der bulgarische Beobachter Prodan Toprakchiev warf an diesem Tag zwei umgebaute Artilleriegranaten aus einer von Radul Milkov geflogenen Albatros F.II auf die Bahnhofsanlagen bei Karaagac. Hinzu kamen u.a. weitere Aufklärungsflüge über der Festung von Adrianopel, auf dessen türkische Verteidiger bei weiteren Einsätzen ebenfalls Granaten herabfielen.

Bombenflugzeuge des Ersten Weltkrieges

Im darauffolgenden Ersten Weltkrieg (1914 - 1918) verfügten alle großen Armeen über militärisch genutzte Luftfahrzeuge. Die Fliegereinsätze zu Beginn des Krieges erfüllten die Erwartungen an diese neuartige Waffe zunächst jedoch nicht. Der größte Nachteil von Flugzeugen lag in ihrer geringen Tagfähigkeit sowie in der begrenzten Treffsicherheit der abgeworfenen Munition. Der militärische Wert von Kampfflugzeugen sollte sich erst noch entwickeln. Das Deutsche Reich führte seine strategischen Luftangriffe bis 1916 hauptsächlich mit Zeppelinen durch, da zunächst nur sie in der Lage waren, Bomben über große Entfernungen zu transportieren. Es war jedoch klar, dass Luftschiffe zu kostspielig sowie langsam, schwerfällig und durch ihre Wasserstofffüllung überaus verwundbar waren. Ab 1915 wurden in der Gothaer Waggonfabrik sowie den Siemens-Schuckert-Werken, später auch bei der Zeppelin-Staaken Flugzeugbau GmbH und weiteren Herstellern, mehrere Groß- und Riesenflugzeuge für die Verwendung als Bomber gebaut. Die viermotorige Zeppelin (Staaken) R.VI (R = Riesenkampfflugzeug) beispielsweise, von der man bei Zeppelin, Albatros und Aviatik insgesamt 18 Maschinen konstruierte, flog gemeinsam mit zweimotorigen Bombern der Typen Gotha G.IV (G = Großkampfflugzeug) Einsätze gegen England und unterstützten 1918 die letzten deutschen Offensiven an der Westfront durch taktische Einsätze.


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Kampfflugzeuge des Ersten Weltkrieges


Die Entwicklung nach dem Ersten Weltkrieg

Die scheinbar endlosen Stellungskämpfe des Ersten Weltkrieges hatten Militärs vieler Nationen bewogen, nach neuen Strategien für künftige Kriege zu suchen. Das Flugzeug, insbesondere das Konzept des Bombers, als moderne Waffe bot hier einen Lösungsweg. Bereits im Jahr 1921 schloss Giulio Douhet, ein italienischer General und Luftkriegstheoretiker, die Arbeiten an seiner Abhandlung "Il dominio dell´Aria" (Die Luftherrschaft) ab. Seine darin veröffentlichten Thesen lauteten: 1. "Die Luftherrschaft erobern, heißt soviel wie siegen.", 2. "In der Luft geschlagen zu werden, bedeutet hoffnungslos besiegt zu sein.", 3. "Die Luftflotte muss in Massen eingesetzt werden.", 4. "Der Gegner muss in seiner Etappe, seinen Produktionsgebieten... vernichtet werden.". Hinzu kam eine These Douhets, wonach ein weiter Weltkrieg wieder ein Stellungskrieg sein müsse. Zwar wussten viele Militärs, dass sich mit fortschreitender Motorisierung auch die Möglichkeiten der Streitkräfte im bewaffneten Kampf veränderten, die von Douhet verbreitete Lehre ließ die Generale der Reichswehr trotzdem nicht unbeeindruckt. Auf Grund des Versailler Vertrages war dem Deutschen Reich nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg jedoch verboten, neue Militärflugzeuge herzustellen. Selbst Zivilmaschinen durften bis zum Pariser Luftfahrtabkommen vom 21. Mai 1926 nur unter starken Einschränkungen gefertigt werden. Erst die völlige Aufhebung der Bestimmungen ermögliche es in Deutschland wieder Flugzeuge für zivile Zwecke zu bauen, die leistungsmäßig den damaligen Anforderungen gerecht wurden.

Zwischen 1927 und 1930 erarbeitete das Truppenamt der Reichswehr diverse Studien, wie Flugzeuge, im Falle eines Konfliktes, die Reichswehr hätten unterstützen können. Bis zum 1. April 1930 wurde der sogenannte A-Plan erstellt, indem alle Möglichkeiten zusammengefasst wurden. Auf Basis der Dornier Do F, ursprünglich für die Verwendung als Passagierflugzeug entworfen und ab 1933 als erstes Behelfsbombenflugzeug übernommenen, entwickelte Dornier mit der Do 11 (Erstflug am 7. Mai 1932) auch das Flugzeug, mit dem die ersten regulären Bomberstaffeln der späteren Luftwaffe ausgerüstet wurden. Da durch Probleme in der Entwicklung sowie durch begrenzte Ressourcen und Fertigungskapazitäten (die deutsche Flugzeugindustrie beschäftigte 1932 nur ca. 3.000 Facharbeiter) kurzfristig nicht mit einer Ausbringung großer Flugzeugzahlen zu rechnen war, sollten in einem Kriegsfall auch zivile Verkehrs- und Transportflugzeuge der Lufthansa durch Rüstsätze zu Behelfsbombern umgerüstet werden. Die Dessauer Junkers Werke boten z.B. ab 1934 derartige Schnellrüstsätze für das Transportflugzeug Ju 52 an. Dies war nicht ungewöhnlich, denn bereits ein Jahr zuvor war es bei Junkers üblich, von den meisten Flugzeugkonstruktionen neben der Zivilversion auch eine Militärausführung zu entwickeln. Als das Rheinland-Programm, welches der Staatssekretär der Luftfahrt, Erhard Milch, am 1. Januar 1934 vorlegte, wesentlich anspruchsvollere Ziele für die weitere Luftrüstung definierte, erhielt Junkers ein Auftrag über 450 dreimotorige Ju52-Behelfsbomber. Einen Eindruck über die eigentümliche Flugzeugausrüstung der frühen Aufbaujahre ermöglichen die Angaben des als Verkehrsinspektion der Lufthansa getarnten Behelfsbombergeschwaders 1, dessen Bestand sich im März 1934 mit 24 Ju 52/3m sowie drei Do 11C zusammenfassen ließ.


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Transportflugzeug Junkers Ju 52 und mittlerer Bomber Heinkel He 111 des Zweiten Weltkrieges


Nachfolgende Programme wie das RLM / LA II 2C vom 1. Januar 1935 forderten die Beschaffung weiterer Kampfflugzeuge wie der Junkers Ju 86, dessen Entwicklung aus der Forderung an ein mittleres Kampfflugzeug moderner Bauart von 1934 hervorging. Nach der erfolgreichen militärischen Erprobung wurden zudem moderne Heinkel He 111 bestellt, schnelle Mittelstreckenbomber deren Reichweite für die Bekämpfung von Bodenzielen in allen an Deutschland grenzenden möglichen Feindstaaten ausreichte. Schon im September 1938 verfügte die Luftwaffe über 1.235 Kampfflugzeuge doch das am 28. Oktober 1938 von Hermann Göring genehmigte "konzentrierte Flugzeugbauprogramm" sah schließlich die Aufstellung von 58 Kampfgeschwadern vor, ausschließlich mit sturzflugfähigen Junkers Ju 88 und möglichst vielen Heinkel He 177 ausgerüstet. Da diese ehrgeizigen Pläne aber aufgrund der langwierigen technischen Entwicklungen nicht mehr vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges umgesetzt werden konnten, stellten die mittleren Horizontalbomber Heinkel He 111 und Dornier Do 17 zunächst die Mehrzahl der Flugzeuge in den Kampfverbänden.

Hintergründe der deutschen Kampfflugzeugentwicklung vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges

In Deutschland sollte eine starke Bomberflotte geschaffen werden, da diese ein Risiko für alle potentiellen Gegner darstellte. Im Kriegsfall konnten Bomber die gegnerische Mobilmachung verzögern, viele Industrie- und Rüstungszentren erreichen sowie feindliche Luftstreitkräfte auf deren Flugplätzen zerstören. Da Luftangriffe leichter durchzuführen sind als deren Abwehr sollte die Gefährdung des eigenen Territoriums primär durch Angriffe auf die Luftstreitkräfte des Gegners abgewendet werden. Das Konzept der obersten Führung war auf die Erringung schneller Erfolge ausgerichtet. Ein eventueller Luftkrieg sollte durch einen mächtigen Erstschlag vorherbestimmt werden, da sich die Luftwaffe in einem längeren Kampf hätte verschleißen können. Der offensive Kampffliegereinsatz zu Beginn eines Krieges wurde als die beste Methode zur schnellen Erringung der Luftüberlegenheit angesehen, denn jedes Flugzeug verbringt den Großteil seiner Lebensdauer am Boden und ist dort zugleich höchst verwundbar. Erst nach der Zerschlagung der gegnerischen Fliegerkräfte und dessen Infrastruktur sollten die Kampfflugzeuge als schlagkräftige Unterstützung der Bodentruppen an den Schwerpunkten des Kampfgeschehens zum Einsatz kommen. Nach der ursprünglichen Planung waren somit die Bomber und nicht, wie fälschlicherweise oftmals angenommen, die Jäger das vorgesehene Haupteinsatzmittel für den Kampf um die Luftherrschaft.

Durch die Vorgaben, möglichst schnell eine große Anzahl von Kampf- und Sturzkampfgeschwadern aufzustellen wählte man, nicht zuletzt aufgrund der knappen Ressourcen sowie der beschränkten Produktionskapazitäten der Flugmotoren- und Luftfahrtindustrie, hauptsächlich ein- und zweimotorige Flugzeugtypen. Diese deutschen Bomber, effektiv für Mittel- und Kurzstreckenflüge, waren für den taktischen Einsatz wie geschaffen. Sie konnten die Ausrüstungsmängel beim Heer, anfangs fehlten in beinahe allen Bereichen schwere Waffen, ausgleichen und als Unterstützungsinstrument effektiv in die Bodenkämpfe eingreifen. Einen strategischen Luftkrieg hingegen, so wie ihn der italienische General Giulio Douhet 1921 beschrieb, ließen sie aufgrund ungenügender Reichweite nicht zu. Der Aufbau strategischer Bomberverbände wie ihn beispielsweise die Royal-Air-Force in England forcierte, unterblieb in Deutschland. Dies hatte neben den o.g. Punkten noch weitere Gründe. In der Sowjetunion sah die deutsche Führung Ende der 1930er Jahre den Hauptgegner des zukünftigen Krieges. Die quantitative Überlegenheit des sowjetischen Militärapparates sollte durch enges Zusammenwirken der Heeres- und Luftwaffenverbände ausgeglichen werden. Fernfliegerangriffe von strategischen Bombern gegen die Sowjetunion hielt man für wenig erfolgversprechend. Die Luftwaffenführung meinte dazu 1938: "Russland hat seine raumstrategische Lage weitgehend genutzt und seine wichtigsten Rüstungsindustrien so weit ins Innere verlagert, dass sie vom Westen praktisch unangreifbar sind".