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THEMA: (Lehrreiche) Aussagen von Jagdfliegern

(Lehrreiche) Aussagen von Jagdfliegern 16 Dez 2017 21:04 #1

  • Jürgen_W39_Eisbär
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Vielleicht bekommen wir hier einige (Lehrreiche) Aussagen von alten Jagdfliegern zusammen.

Douglas Bader im Interview zum Buch "Zweikampf am Himmel" auf die Frage, welche Kampfbedingungen angestrebt wurden: Höhe, Sonne und kurze Distanz.
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(Lehrreiche) Aussagen von Jagdfliegern 20 Dez 2017 16:31 #2

  • Jürgen_W39_Eisbär
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Kurt Bühlingen, 1940 bis Kriegsende an der Westfront eingesetzt, 112 bestätigte Luftsiege. Er musste mehrfach nach Flakbeschuss notlanden, wurde aber nie im Luftkampf abgeschossen.

"Die beste Schussentfernung war zwischen 100 und 50 Meter oder weniger."
"Aus einer guten Position von hinten mussten die Tragflächen noch ein gutes Stück über den Ring des Reflexvisiers hinausragen - dann erst war es Zeit zu schiessen."

"Eins der Geheimnisse deutscher Jagdflieger lag darin, die Me 109 leicht auf Steigflug getrimmt zu fliegen. Man musste dann zwar immer ein wenig drücken, aber wenn man schnell nach oben ziehen wollte, zog man den Küppel an den Bauch, das Flugzeug hob die Nase leichter an und schmierte nicht erst durch die Luft."
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(Lehrreiche) Aussagen von Jagdfliegern 22 Dez 2017 15:37 #3

  • Jürgen_W39_Eisbär
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Erich Rudorffer, 222 bestätigte Abschüsse an der West - und Ostfront.

"Beim Angriff war es am besten, wenn man mit Geschwindigkeitsüberschuss aus der Überhöhung kam, eine Garbe abgab und den Gegner damit abschoss, um gleich wieder hochzuziehen."

"Wenn man Fliegen und Schiessen genau aufeinander abstimmen konnte, dann war es egal, ob man von oben oder von unten kam - den notwendigen Geschwindigkeitsüberschuss vorausgesetzt."

"Ich ging gewöhnlich bis auf 50m heran und eröffnete das Feuer."

"Während der Luftschlacht um England bemerkte ich eine aus Richtung Calais kommende Hurricane, die eine weisse Rauchfahne hinter sich herzog. Ich setzte mich daneben, winkte dem Pilot und eskortierte ihn bis zur anderen Seite des Kanals. Ein paar Wochen später ist es mir umgekehrt ergangen. An der Ostfront wäre so etwas undenkbar gewesen - völlig undenkbar."
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(Lehrreiche) Aussagen von Jagdfliegern 12 Feb 2018 08:41 #4

  • Jürgen_W39_Eisbär
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Oberleutnant Karl Rammelt, Ritterkreuzträger, 46 bestätigte Abschüsse

Kühlertreffer bei seiner Me 109 im Raum Chask (Russland) durch Infanteriebeschuss, anschliessende Bauchlandung auf dem Heimatplatz Dugino
II. Gruppe JG Mölders, August 1942

Der Verlust von Kühlflüssigkeit zieht nach relativ kurzer Zeit ein festfressen des Motors nach sich. Diese Zeitspanne gilt es folglich optimal zu nutzen. Höhe gewinnen so lange das die Motortemperatur noch zulässt, dann die Zündung abschalten und Gleitflug einleiten. Dabei Landeklappen etwas anstellen um den Gleitwinkel flach zu halten. Während des Gleitfluges Motor abkühlen lassen und Ausschau nach einem Notlandefeld halten. In etwa 200m Zündung wieder einschalten, Gleitflug bis die Motordrehzahl nachlässt und damit anzeigt, dass der Kolbenfresser kurz bevor steht. Dann Brandhahn und damit Kraftstoffleitung schliessen, auf Gleitgeschwindigkeit achten um einen Strömungsabriss zu vermeiden, Elektrohauptschalter ausschalten, Gurte festziehen, Notlandestreifen sofern vorhanden anfliegen. Andernfalls, wenn die Höhe dazu noch reicht, mit dem Fallschirm abspringen. Reicht die nicht mehr - auf ein Wunder hoffen.
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(Lehrreiche) Aussagen von Jagdfliegern 13 Feb 2018 12:49 #5

  • Jürgen_W39_Eisbär
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Flight Lieutnannt Alan Deere, RAF Staffel 54, Neuseeländer, kämpfte in der Luftschlacht um England, später war er Ausbilder für Luftkampftechnik und Taktik, 22 bestätigte Abschüsse, verstorben 1995

Im Luftkampf hatten die Piloten normalerweise die rechte Hand am Steuerknüppel und die linke am Gashebel. Das führte im Flug zu einer Neigung nach links, und sie brachen auch bereitwilliger nach links weg, da sie beim Drücken des Steuerknüppels nach links mit der rechten Hand mehr Kraft ausüben konnten, als wenn sie ihn nach rechts gedrückt hätten. Dieser "Linksdrall" führte auch dazu, dass die Flugzeugführer leichter über ihre linke Schulter nach hinten sehen konnten als über ihre rechte. Ihre Beobachtung des Luftraumes nach rechts war also weniger wirksam und führte dazu, dass ein Angreifer von dieser Seite bessere Chancen hatte nicht entdeckt zu werden.
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(Lehrreiche) Aussagen von Jagdfliegern 18 Feb 2018 21:24 #6

  • Jürgen_W39_Eisbär
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Generalleutnant Adolf Galland, General der Jagdflieger, 101 bestätigte Abschüsse

Die oberste Regel im Luftkampf lautete: Du musst deinen Gegner zuerst sehen, bevor er dich sieht. Wie ein Jäger, der seiner Beute nachstellt und sich in die beste Schussposition bringt, muss ein Jagdpilot die feindliche Maschine so früh wie möglich entdecken, um in eine überlegene Position zu kommen.
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(Lehrreiche) Aussagen von Jagdfliegern 20 Feb 2018 12:41 #7

  • Jürgen_W39_Eisbär
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Group Captain Johnnie Johnson, RAF, 38 bestätigte Abschüsse

Den Deutschen gebührt Anerkennung für die Erfindung der perfekten Jägerformation.

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(Lehrreiche) Aussagen von Jagdfliegern 20 Feb 2018 21:56 #8

  • Jürgen_W39_Eisbär
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Generalleutnant Theo Osterkamp, 32 Luftsiege im 1. WK, 6 weitere im 2. WK, davon 2 während der Luftschlacht um England

Der wichtigste Vorteil im Luftkampf lag in der Höhe. "Immer drüber, selten auf gleicher Höhe, niemals drunter."

Die 109 war schwerer als die Spitfire und, obwohl sie unter 6000m recht gut war und eine bessere Dienstgipfelhöhe hatte, konnte sie sich mit englischen Jagdflugzeugen nicht auf einen Kurvenkampf einlassen, weil sie einen schwereren Motor hatte und eine Neigung zeigte, mit angehobener Nase zu fliegen. Die Spitfire lag etwas waagerechter in der Luft und konnte enger kurven. Auf der anderen Seite hatten wir mit dem grösseren Gewicht einen Vorteil im Sturzflug.

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(Lehrreiche) Aussagen von Jagdfliegern 08 Mär 2018 20:14 #9

  • Jürgen_W39_Eisbär
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Erich Hartmann, erfolgreichster Jagdflieger aller Zeiten, 352 bestätigte Abschüsse

Ließ sich nie auf eine Kurbelei mit dem Gegner ein. Seine Taktik fasste er mit folgenden Worten zusammen: Sehen - Entscheiden - Angreifen - Abdrehen oder Pause.
Heute bin ich überzeugt davon, daß 80% der von mir besiegten Gegner nicht geahnt haben daß ich überhaupt da war, bis ich das Feuer eröffnete.

Hartmann überwand die Blindheit des Anfängers, die Unfähigkeit andere Flugzeuge zu sehen. Er beschreibt dieses Handicap neuer Piloten mit diesen Worten: Diese Kampfblindheit ist äußerst verwirrend. Der Führer ruft einem über Funk zu aufzupassen, weil fünf fremde Flugzeuge auf ein Uhr sind. Man starrt in diese Richtung und sucht den Himmel ab. Man sieht nichts. Wenn man die Erfahrung nicht selbst gemacht hat, ist es kaum zu glauben. Später entwickelt man ein Gefühl für das Fliegen im Luftkampf. Die Bedienung des Flugzeugs steht nicht mehr im Vordergrund des Denkens. Die Sinne stellen sich auf die neuen Anforderungen ein und man sieht die gegnerischen Flugzeuge. Wenn der Mann, dem man als Rottenflieger zugeteilt ist, einem nicht die Möglichkeit gibt, dieses Gefühl zu entwickeln - dann wird man sicher abgeschossen.

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(Lehrreiche) Aussagen von Jagdfliegern 09 Mär 2018 09:14 #10

  • Widukind
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Viele von den genannten Beispielen kann man anwenden, doch sollte man Realismus und Simulation trennen.
Das heist in der Praxis, den Simulator, Flugzeuge etc zu kennen und nicht Vergleiche zu ziehen.Damit meine ich die Technische Seite.

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