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R4/M Rakete "Orkan"

Die R4/M (Rakete 4 Kilogramm / Minenkopf), genannt „Orkan“, war während des Zweiten Weltkriegs die erste deutsche in Serie gefertigte Luft-Luft-Rakete. Jagdflugzeuge des Typs Messerschmitt Me 262 und Focke-Wulf Fw 190 wurden damit ausgerüstet. Die Rakete war eine Antwort auf die eng gestaffelten und zunehmend schwerer gepanzerten amerikanischen B-17 und B-24-Formationen, da die bisherige konventionelle Bekämpfung mit Hilfe der 13-mm- und 15-mm-Maschinengewehre (MG 131 und MG 151), 20-mm-Bordkanonen (MG FF bzw. MG 151/20) und 30-mm-Bordkanonen (MK 108 und MK 103) immer weniger Erfolg hatten. Die R4/M besaß einen mechanischen Rheinmetall-Borsig-Aufschlagzünder. Es wurde ein neuer Sprengstoff namens "HTA41" für die R4/M entwickelt. Auf den Gefechtskopf aus tiefgezogenem Blech (0,8 mm Wandstärke) wurde der Zünder aufgeschraubt. Die R4/M wurde unter den Tragflächen entweder in Schienen- oder Rohrrosten, genannt "Bienenwabe", angebracht. Unter jeder Tragfläche einer Me 262 wurden meist zwölf bis dreizehn Raketen angebracht, es waren aber auch sechs oder 24 Raketen möglich. Der Start der Raketen erfolgte als Salve; dabei wurden die Raketen mit 7 Millisekunden Zeitabstand in Dreiergruppen abgefeuert. Die Raketen verfügten über einen Aufschlagzünder oder eine Verzögerungsladung, die den Gefechtskopf nach 5 Sekunden zur Explosion brachte, falls die Rakete auf kein Ziel traf. Die Wirkung der R4/M-Rakete beruhte immer auf der Minenwirkung eines direkten Treffers und nicht auf der Splitterwirkung eines Nahtreffers, wie dies beispielsweise bei Flak-Granaten der Fall war. Eine nennenswerte Splitterwirkung des Gefechtskopfs der R4/M war auch durch die dünnwandige Stahlhülle nicht gegeben. Beim Angriff mit den Raketen näherten sich die Jagdflugzeuge meist von hinten. Die Platzierung von Treffern war relativ einfach. Wegen der hohen Geschwindigkeit der Rakete und des relativ großen Bereichs, den eine volle Raketensalve abdeckte, war ein rechtzeitiges Ausweichen der schwerfälligen Bomber fast unmöglich, da aufgrund des engen Formationsflugs keine beliebigen Ausweichmanöver geflogen werden konnten, ohne eine Kollision mit eigenen Flugzeugen zu riskieren. Ein einzelner Raketentreffer hatte meist fatale Wirkung. Ein Treffer in den Rumpf eines Bombers konnte große Löcher in die Flugzeugzelle reißen. Bei einem Treffer an den Tragflächen wurden entweder die darin untergebrachten Treibstofftanks zur Explosion gebracht, es konnten aber auch bedingt durch die hohe Reisegeschwindigkeit des Flugzeugs und des damit verbundenen Luftwiderstandes ganze Tragflächen abreißen. Auch die äußerst robuste B-17 hatte einer gezielten R4/M-Salve nichts entgegenzusetzen.